09.12.2011, 15:09 Uhr
Trendwende: Weniger Übergewicht bei Kindern. (Quelle: imago)
Gewichtige Trendwende: Während in den letzten 20 Jahren immer mehr Kinder dicker wurden, ist diese Entwicklung bei Kleinkindern zum Stillstand gekommen. Diese erfreuliche Entwicklung bei Übergewicht kam bei ersten Voruntersuchungen des "Life-Child-Projekt", heraus, das über einen Zeitraum von zehn Jahren die gesundheitliche Entwicklung von 15.000 Kindern verfolgen wird.
"Wir wollen herausfinden, warum das so ist", sagt Professor Wieland Kiess, Leiter der Studie, gegenüber "Baby und Familie". Das Life-Child-Projekt wird die Entwicklung der Kinder in ihrer ganzen Bandbreite erforschen: Wie sich Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Depressionen schon im Kindesalter bemerkbar machen, was das soziale Umfeld dabei für eine Rolle spielt und was Kinder schützt und gesund hält. "Wenn wir mehr über das Entstehen von Zivilisationskrankheiten wissen, können wir bessere Präventionsmöglichkeiten anbieten", sagt Kiess.
Life-Child ist ein Teilprojekt des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen - kurz "LIFE". Die Wissenschaftler des Life-Child-Teams möchten herausfinden, wie Umwelt und Lebensgewohnheiten häufige Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen weit verbreitete Zivilisationserkrankungen wie Allergien, Adipositas beziehungsweise krankhaftes Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie Störungen der psychischen und körperlichen Entwicklung.
Ziel ist, rund 10.000 gesunde sowie etwa 5000 bereits von Übergewicht oder psychischen Störungen betroffene Jungen und Mädchen im Alter zwischen null und 18 Jahren sowie deren Eltern umfassend medizinisch zu untersuchen. Die Forscher wollen die Ursachen der modernen Volkskrankheiten durchschauen, die oft schon im Kindes- und Jugendalter liegen. Vor allem wollen sie ergründen, warum manche Kinder trotz bestehender Risikofaktoren in ihren Erbanlagen oder in ihrem Lebensbereich gesund bleiben - und andere ohne erkennbare Ursache erkranken.
Besonderes Interesse gilt daher der persönlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, weil bisher über das genaue Zusammenspiel von Erbanlagen, Stoffwechsel, Umweltbedingungen und individuellem Lebensstil noch zu wenig bekannt ist. Deshalb sollen die Teilnehmer des einzigartigen Life-Child-Programms über einen Zeitraum von zehn Jahren begleitet werden. Nach der ersten Untersuchung werden sie einmal jährlich zu Folgeuntersuchungen eingeladen. Weil so manche Weiche schon kurz vor oder nach der Geburt gestellt wird, bezieht Life Child 2000 schwangere Frauen in die Forschungen ein.
Quelle: t-online.de , ots
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