15.07.2010, 09:23 Uhr | rw
Nach dem Abi wissen viele nicht, wie es weitergeht. (Bild: imago) (Quelle: imago)
Das Abi ist in der Tasche, die folgenden Partys sind gut überstanden und was dann kommt ist Leere. Viele Abiturienten wissen nach ihrer Reifeprüfung nicht recht, was sie mit ihrem Leben weiter anfangen sollen. Die Vielfalt des Angebots ist nahezu unbegrenzt. Durch die Schule fühlen sich die meisten Abiturienten nur unzureichend oder gar nicht auf die anstehenden Entscheidungen vorbereitet. Viele Universitäten haben das Problem erkannt und machen Schulabgängern im Internet Angebote, sich selbst und ihre Qualifikationen einschätzen zu lernen. Self-Assessments sollen im Dschungel der Möglichkeiten für Orientierung sorgen.
"Mach dein Abitur, dann stehen dir alle Türen offen." Mit diesem Satz wollen viele Eltern ihren Nachwuchs zu guten Schulleistungen anspornen. Es stimmt ja auch: Mit dem Abiturzeugnis in der Hand, ist eigentlich jeder erdenkliche Bildungsweg möglich, zumal, wenn die Noten stimmen. Diese Vielfalt wird für viele Abiturienten zum Problem. Betriebliche oder schulische Ausbildung, Fachhochschule oder Uni, privat oder staatlich, moderner Bachelor-Studiengang oder doch lieber das klassische Staatsexamen - wer soll da noch den Überblick behalten?
Orientierung, zumindest über Studiengänge der Hochschulen, versprechen so genannte Self-Assessments. Das sind Tests im Internet, die der Schulabgänger selber ausfüllt. Die meisten Self-Assessments versuchen, die Qualifikationen und Neigungen der Absolventen zu ergründen und darauf aufbauend, Angebote für in Frage kommende Studiengänge zu machen. "Self-Assessments sind ein zentrales Angebot, um systematisch zu einer Studienwahl zu kommen", sagt Klaus Wannemacher. Er hat sich für das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover mit den Tests beschäftigt. Meist werden sie von einzelnen Hochschulen oder einem Hochschulverbund angeboten und sind in der Regel gratis.
"Wenn man ein bisschen sucht, findet man schnell 25 bis 30 verschiedene Tests", weist Wannemacher auf das wachsende Angebot verschiedener Self-Assessments hin. Für Orientierungssuchende kann es durchaus sinnvoll sein, verschiedene Tests zu machen. In Zeiten von Bachelor und Master sind die Lehrinhalte bestimmter ähnlich klingender Studiengänge von Hochschule zu Hochschule höchst unterschiedlich. Passt ein solcher Studiengang an der einen Uni noch sehr gut zum persönlichen Profil des Interessierten, kann er woanders völlig andere Schwerpunkte setzen und passt dann vielleicht nicht mehr.
Fachleute unterscheiden verschiedene Konzeptionen der Tests. "Self-Assessment ist nicht gleich Self-Assessment", sagt Professor Heinrich Wottawa, der bei der Entwicklung des Borakel, dem Angebot der Uni Bochum, federführend war. So sind einige Angebote für Schüler und Schulabgänger konzipiert, die noch kaum eine Vorstellung davon haben, was sie einmal studieren wollen. Auch Wottawas Borakel, das 2007 von der Stiftung Warentest als Testsieger in einem Vergleich mehrerer Internet-Tests ausgezeichnet wurde, gehört in diese Kategorie. Andere Self-Assessments richten sich eher an Studieninteressierte, die schon ziemlich genau wissen, was sie gerne studieren würden. Dort wird abgeklopft, ob der Tester überhaupt das Zeug dazu hat, diesen Studiengang erfolgreich zu absolvieren.
Wichtig ist: Self-Assessments können andere wichtige Beratungsangebote zwar sehr gut ergänzen, diese aber nicht ersetzen. "Die Ergebnisse der Assessments sind keine letzte Instanz", stellt Ingo Zettler klar. "Wir wollen, dass die Teilnehmer ihre Ergebnisse mit Eltern, Freunden und auch Studienberatern besprechen", macht der Diplom Psychologe deutlich. Er hat selbst an der Entwicklung mehrerer Test-Angebote von verschiedenen Hochschulen mitgearbeitet. Oft entstehen durch das Resultat eines Tests sogar neue Fragen. Die kann man dann zum Beispiel mit dem Studienberater der Arbeitsagentur besprechen.
Quelle: dpa
hfghg schrieb:
am 29. Juli 2010 um 13:59:24
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Studienwahl
Es ist wichtig zu Studieren was einem gefällt. Würde man nur danach gehen, wo die besten Jobchancen bestehen, würden alle in
die Ingenieur-Studiengänge drängen oder Mathematik, Physik oder Chemie studieren. Die Durchfallquote würde sich dann auf 90% erhöhen und gleich stehen mit der Studienabbrecherquote. Na das wär es noch! Mit naiv sein hat das also nichts zu tun! Vielmehr würde ich die finanzielle Lage der Uni für den gewählten Studiengang als Kriterium hinzufügen.
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Abiturient schrieb:
am 18. Juli 2010 um 19:30:12
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Eins nach dem anderen!
Für mich war es wichtiger, dass ich erstmal das Abi schaffe, bevor ich weiterplane, denn ich hätte mich geärgert,
wenn es schief gegangen wäre, nun wurde ich ca. 3-4 monate vor meinem Abi gemustert und da war eine gute Zivistelle finden von Vorteil - als Junge hat man es da schwieriger, so langsam überlege ich mir in Ruhe, was ich studieren könnte und was mir gefällt.
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Theodor schrieb:
am 17. Juli 2010 um 20:48:41
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Studienwahl
Normalerweise ist ein Studium die Vorbereitung auf einen Beruf. Wer ein Studium danach auswählt, wo sich am angenehmsten
studieren lässt und
nicht nach den Chancen, die der damit gewählte Beruf im Berufsalltag bietet, ist mE naiv. Ich habe ein erfolgreiches akademisches Berufsleben hinter mir, weil ich durch praktische Tätigkeiten während der Schulferien am Gymnasium sowie durch eine anschließende freiwillige Lehre die Praxis "rechtzeitig"
kennengelernt hatte. Harte Vorbereitungszeit = Erfolg
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