06.09.2011, 14:12 Uhr | rev
Ungewöhnliche Namen: Nicht jedes Kind ist mit seinem Vornamen glücklich. (Quelle: imago)
Sie heißen Cosma-Shiva, Fifi-Trixibelle oder Harper Seven - viele Prominente haben ein Faible für ungewöhnliche Vornamen, wenn es um ihre Kinder geht. Neuestes Beispiel: Sängerin Sarah Connor, die ihrer Tochter den außergewöhnlichen Vornamen Delphine Malou gab. Doch mehr und mehr machen es "Normalbürger" den Promis nach. Skurrile Namensideen und das Streben nach Individualität stellen Standesbeamte zunehmend vor schwierige Aufgaben und vor die Frage: Ist das überhaupt zulässig? Welche Regeln gibt es in Deutschland für die Namensgebung? Was für besonders merkwürdige Vornamen haben sich Eltern bereits einfallen lassen?
In vielen Ländern sind Eltern bei der Namensgebung kaum Grenzen gesetzt, was vor allem Promis zu schätzen und auszunutzen wissen. So kann es dann schon vorkommen, dass die Kinder Sage Moon Blood (der Sohn von Action-Star Sylvester Stallone), Scooter Jumper (amerikanischer Vorname), Moxie Crime Fighter (Sohn des US-Magiers Penn Jillette), Praline (Vorname einer Schweizer Benimmberaterin), Lennox Tattanka-Tattonka, Donnertrud oder sogar Hitler (kein seltener Vorname in Südamerika) heißen - und das ist nur eine kleine Auswahl extrem ungewöhnlicher Vornamen.
In Deutschland sieht es da schon etwas anders aus: Zwar gibt es auch hier kein Namensgebungsgesetz, allerdings bestehen Verwaltungsvorschriften mit Dienstanweisungen und Rechtsprechungen, an denen sich die Beamten im Zweifelsfall entlang hangeln können. "Paare lassen sich immer häufiger skurrilere Namen einfallen", sagt Joachim Tryba, Fachberater beim hessischen Landesverband der Standesbeamten. "Die Vielfalt an Vornamen hat sich enorm erhöht", beobachtet Gerhard Müller von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Während man sich vor etwa 50 Jahren noch aus einem Vorrat von bis zu 1000 traditionellen Vornamen bediente, seien mittlerweile weit mehr als 10.000 Rufnamen im Umlauf.
"Viele Eltern machen sich offenbar keinen Kopf darüber, was sie ihren Kindern mit Namen antun können. Viele denken offenbar: je ungewöhnlicher, desto besser", vermutet Tryba. Doch Deutschland ist im Vergleich zu den USA nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. "Es dürfen keine lächerlich wirkenden Namen sein oder welche, die sich wahrscheinlich als lebenslange Belastung erweisen", erläutert Tryba. Andererseits fragen sich auch zahlreiche Eltern, was der Staat bei der Namensgebung mitzureden habe, sagt Gerhard Müller.
Einige allgemeine Regeln sind in Deutschland für Eltern zu beachten: Der Name oder zumindest ein zweiter ergänzender, muss das Geschlecht des Kindes erkennen lassen. Er darf kein Titel wie zum Beispiel "Prinzessin" und kein Orts- oder Markenname wie zum Beispiel "Escada" sein. Auch die Anzahl der Vornamen ist für gewöhnlich nicht unbegrenzt: Es liegt im Ermessen des Standesbeamten, wie viele Namen ein Kind bekommen kann. Als Faustformel gilt: Sieben "normale" Vornamen oder fünf selten gebrauchte sind laut Tryba erlaubt. Zuweilen müssen die Differenzen bei der Vornamensgebung vor Gericht gelöst werden. So wurde vor einigen Jahren entschieden, dass der Vorname "Frieden-Mit-Gott-Allein-Durch-Jesus-Christus" bei allem Respekt vor der Religiosität nicht geht.
In Deutschland werden pro Jahr Dutzende Gerichtsverfahren im Streit um Vornamen geführt. Vom Amtsgericht aufwärts kann der Weg theoretisch bis in höchste Instanzen führen. Damit es nicht zum Äußersten kommt, appellierte der Präsident der Standesbeamten, Jürgen Büssow, an seine Kollegen: Sie müssen "viel Fingerspitzengefühl und umfassende Rechtskenntnisse haben", um befriedigende und abgesicherte Lösungen zu finden. Dabei kann die "Gesellschaft für deutsche Sprache" in Wiesbaden helfen. Die Wissenschaftler und Experten geben Auskünfte und erstellen Gutachten. "Unsere Beamten wissen manchmal schlichtweg nicht, ob der gewünschte Rufname nun männlich oder weiblich ist", sagt Tryba. Der Germanist und Namensforscher Müller schaut in zahlreiche Vornamensbücher und lange Listen der eigenen Dokumentation, in denen mehr als hunderttausend Namen verzeichnet sind. Müller und seine Kollegen können sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. "Wir haben pro Jahr etwa 2000 Anfragen." Noch vor 15 Jahren wurden die Experten im Jahr nur einmal in 100 Fällen schriftlich zu Rate gezogen.
Quelle: t-online.de
Ariane schrieb:
am 25. März 2011 um 21:50:55
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Namen
In unserer Nachbarschaft lebt eine Jaqueline, jedoch ist die schöne deutsche schreibweise: Jackelien :-)
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Mein Favorit schrieb:
am 25. März 2011 um 21:45:20
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Anna Ampel
klingt doch geil.
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Raspel schrieb:
am 25. März 2011 um 21:37:18
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merkwürdige Vornamen
manchmal könnte man meinen, die Eltern waren bei der Taufe besoffen oder so. Die armen Kinder die damit lebenslang gestraft sind.
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