25.08.2010, 10:10 Uhr | mmh
Wenn er jetzt noch Kevin heißt, hat er es schwer gegenüber Charlotte und Max. (Bild: Imago)
Bekommt Kevin wegen seines Vornamens schlechtere Noten in der Schule als Maximilian? Ja, haben Oldenburger Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, in der sie den Zusammenhang zwischen Namen und Notengebung analysierten. "Aufgaben, die unter dem Namen Maximilian verfasst wurden, erhielten zum Beispiel eine bessere Bewertung als die gleichen Aufgaben unter dem Namen Kevin", sagte Professor Astrid Kaiser vom Institut für Pädagogik.
Für ihre Masterarbeit hatte eine Pädagogikstudentin mehr als 200 Grundschullehrern die schriftlichen Antworten von Kindern auf Aufgaben aus dem Sachunterricht vorgelegt. Diese sollten die Lehrer nach Rechtschreibung, Stil, Inhalt und Gesamtnote auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten.
Die Lösungen stammten immer von denselben Kindern, mal trugen sie aber einen mit Vorurteilen belasteten Vornamen wie Kevin oder Celina, mal einen positiv empfundenen wie Maximilian und Charlotte. Bei der Auswahl der Namen stützte sich die Studentin auf eine vorangegangene Studie der Oldenburger Arbeitsstelle für Kinderforschung, die gezeigt hatte, dass Lehrer Vorurteile gegenüber bestimmten Vornamen haben. Die Unterschiede waren allerdings so gering, dass sie nur eine Viertelnote ausmachten.
Die provokanteste Aussage damals lautete: "Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose." Positive Eigenschaften - freundlich, leistungsorientiert, unauffällig - wurden mit Namen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob verbunden. So heißen also die "braven", guten Schüler. Kinder die von ihren Eltern Mandy, Angelina, Chantal, Jacqueline, Justin oder Maurice genannt wurden, werden eher als leistungsschwach und verhaltensauffällig wahrgenommen. Der Name Kevin gilt dabei das Klischee des schwierigen, verhaltensauffälligen Schülers schlechthin.
In der aktuellen Arbeit wichen die Bewertungen der Lehrer stark von einander ab. Das führt Wissenschaftlerin Kaiser darauf zurück, dass die Notengebung bei offen gestellten Fragen selten objektiv ist. Zugleich zeigte sich aber auch, dass die Vornamen die Bewertungen zusätzlich beeinflussten - vor allem bei Jungen.
"Insgesamt konnten wir feststellen, dass Jungen aufgrund eines vorurteilbehafteten Namens schlechter bewertet werden als Mädchen", sagt die Erziehungswissenschaftlerin. Auch bei der ersten Studie hatten die Testpersonen die weiblichen Vornamen weniger negativ eingeschätzt als die männlichen.
Das liegt nach Angaben von Kaiser daran, dass Lehrer generell mehr Vorbehalte gegenüber Jungen haben. Dass diese schlechter in der Schule seien, könnte also nicht nur an ihren Leistungen liegen, sondern auch an der Wahrnehmung der Lehrer, folgerte die Professorin. In einem Interview mit Bild-Online äußerte sie Bedenken. Die Professorin hält dieses Schubladen-Denken für äußerst problematisch: Es sei für die Kinder fast unmöglich aus den Schubladen wieder herauszukommen. Lehrer müssten für derartige Themen und die Gefahren durch Vorurteile sensibilisiert werden.
Quelle: t-online.de , dpa
Koni620 schrieb:
am 12. Juli 2011 um 08:59:38
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Namen
Namen sind Schall und Rauch, aber zu Celine sage ich, ok wenn ich den Kommentar lese, die Studie hat Recht. Selten so schön gelacht.
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Nick schrieb:
am 5. Oktober 2010 um 22:25:14
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Vornamen
Hört mal ich habe einen seltenen Namen und bin auch nicht gerade die beste in der Schule aber eine Sache weiß ich und zwar das
Studien daneben liegen können z.B. Habe ich mal erfahren das Handys Gehirntumor verursachen. Klar Die Strahlung ist nicht gesund aber das ist wie beim Rauchen auf den Verpackungen schreiben sie Rauchen kann tödlich sein kann nicht muss so ist das auch mit diesem Gehirntumor und auch mit den Vornamen denn es kommt darauf an das man das Kind motiviert und unterstützen tut.
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Namen schrieb:
am 5. Oktober 2010 um 09:14:03
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Kevin
Ich finde, dass so eine Studie gar nicht schlecht ist. Manchen Vorurteilen ist man sich gar nicht bewusst und man kann sie nur
überwinden, wenn man sie auch erkennt. Die Untersuchung hat doch nichts mit Schlechtmachen von Lehrern zun tun. Manch einer ist sicher eher froh darüber und überlegt, ob er auch in diese Richtung tendiert. Für viele Leute mag es wichtigere Dinge geben, aber vielleicht nicht für Kevin, der seinen NC verfehlt, weil sich keiner um so etwas geschert hat.
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