09.12.2010, 14:30 Uhr | sca
Was kostet ein Kind? (Bild: Archiv) (Quelle: t-online.de)
Die Entscheidung für ein Kind sollte nicht vom Geldbeutel abhängen. Doch eine vernünftige Planung der Ausgaben für den Nachwuchs schützt vor bösen Überraschungen. Immerhin rund 120.000 Euro geben Eltern im Schnitt bis zur Volljährigkeit für ihre Kinder aus, wie das Statistische Bundesamt errechnete. Das Zahlen fängt bei der Erstausstattung für das Baby an und hört bei Ausbildungskosten in der Regel noch lange nicht auf. Womit müssen Eltern rechnen?
Bei Baby und Kleinkind sind die Kosten noch deutlich geringer als bei den Schulkindern und den Teenagern, wie die Tabelle zeigt. In der Summe addieren sich die Kosten auf durchschnittlich rund120.000 Euro bis zum 18. Lebensjahr des Kindes:
Altersgruppe | Monatliche Ausgaben | Insgesamt |
Baby und Kleinkind (0-6 Jahre) | 468 Euro | 33.696 Euro |
Schulkinder (7-12 Jahre) | 568 Euro | 40.896 Euro |
Teenager (13-18 Jahre) | 655 Euro | 47.160 Euro |
durchschnittlich | 549 Euro |
Den größten Posten machen die Wohnkosten aus, gefolgt von Lebensmitteln. Für eine gesunde Ernährung, so kritisieren viele Experten, reicht diese Summe nicht aus. Eltern müssten noch mal 50 Prozent drauflegen. Die Freizeitgestaltung nimmt im Durchschnitt den dritten Platz der Ausgabenposten ein. Ein Grund sind teure technische Geräte wie Computer und Spielkonsolen. Auf Rang vier folgen die Kosten für Bekleidung.
Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass die deutsche Durchschnittsfamilie Monat für Monat 549 Euro pro Kind ausgibt. Das sei allerdings nur ein Anhaltspunkt, erläutert Reiner Hardt, Leiter des Beratungsdienstes "Geld und Haushalt" des Sparkassenverbands in Berlin: "Wie viel Geld ein Kind tatsächlich kostet, hängt vom Alter und vom wirtschaftlichen und sozialen Umfeld ab." Ein bestimmender Faktor ist das Einkommen der Eltern. So wenden Geringverdiener mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von bis zu 1717 Euro laut der amtlichen Statistik durchschnittlich 325 Euro für ein Kind auf. Bei gut verdienenden Paaren mit einem Einkommen von mehr als 5427 Euro steigen die Ausgaben auf 862 Euro. Hat eine Familie zwei oder mehr Kinder, sinken die Kosten je Kind leicht. Im Durchschnittgeben Familien mit 2 Kindern 474 Euro pro Monat aus, bei Familien mit 3 Kindern sind es 452 Euro. Alleinerziehende geben nur geringfügig weniger aus.
Allein für die Baby-Erstausstattung haben die Experten von "Geld und Haushalt" Kosten von rund 3000 Euro errechnet- von der Steckdosensicherung für einen Euro bis zum Kinderwagen zu Preisen ab 200Euro. Eltern können schon zu diesem Zeitpunkt mit dem Sparen anfangen, empfiehlt Hardt. Alte Tugenden machen sich bezahlt: "Man sollte sich überlegen, ob man Dinge wie einen Kinderwagen ausleihen oder aus zweiter Hand kaufen kann."
Wird das Kind älter, entfällt etwa die Hälfte der Aufwendungen für sogenannte "sächliche Ausgaben"- also für Nahrung und Kleidung. Der Rest seien Ausgaben für Betreuung, Erziehung und Ausbildung, wie Siegfried Stresing, Geschäftsführer des Deutschen Familienverbandes in Berlin, erklärt. Die Betreuungs- oder Ausbildungskostenkönnen Eltern meist nur bedingt beeinflussen. An Lebensmitteln und Kleidung lässt sich allerdings sehr wohl sparen, sagt Stresing. Preisvergleiche helfen. "Und es ist nichts dagegen einzuwenden, im Discounter einzukaufen." Er rät außerdem, Kinderkleidung im Second-Hand-Laden oder auf dem Basar zu kaufen - sie werde häufig nur kurz getragen. Das werde mit zunehmendem Alter der Kinder schwieriger, räumt der fünffache Familienvater ein: "Ein 15-Jähriger wird sich damit nicht abfinden."
Nicht nur deswegen steigen die Ausgaben für Kinder mit zunehmenden Alter, hat die Redaktion der Zeitschrift "Guter Rat" mit Sitz in Berlin ausgerechnet: Während Kinder bis zum Alter von 6 Jahren durchschnittlich 33.552 Euro kosten, sind es in der Phase vom 13. bis zum 18.Lebensjahr 47.232 Euro. "Hier bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: Kleine Kinder - kleine Sorgen. Große Kinder - große Sorgen", schlussfolgert Stresing. Kostentreiber, insbesondere in der letzten Phase bis zur Volljährigkeit, sei auch der Konsumdruck, dem Kinder und deren Eltern oft ausgesetzt sind. Es müssten aber nicht immer Markenklamotten sein, findet Hardt. Wer es schafft, sich davon zu befreien, hat es gut: "Dann ist es auch finanziell kein Problem, Kinder zu haben."
Manche Eltern empfinden es so, dass die Kinder ihnen die Haare "vom Kopf fressen". Experten raten aber, trotz aller regelmäßigen Etatbelastungen auch für später etwas zurückzulegen: "Man sollte auf jeden Fall frühzeitige Vorsorge treffen für die Ausbildung", rät Reiner Hardt vom Beratungsdienst "Geld und Haushalt". Unerlässlich sei auch die Absicherung für den Fall, dass der Hauptverdiener ausfällt- das leiste zum Beispiel eine Risikolebensversicherung.
Wie eine Umfrage von t-online.de/eltern zeigt, reicht angesichts der Kosten für Kinder die staatliche Unterstützung in Deutschland nicht aus. 77,4 Prozent der insgesamt 6801 befragten Usersagen, es braucht mehrfinanzielle Hilfe durch den Staat. 45,2 Prozent gehen dabei davon aus, dass, wenn die Unterstützung größer wäre, mehr Leute Kinder bekämen und 32,2Prozent finden, dass vor allem die Kinderbetreuung früher einsetzen und kostenlos sein müsste. 22,6Prozent der Befragten meinen hingegen, dass die gegenwärtige Unterstützung durch den Staat ausreicht: 13,6 Prozent davon begründen das damit, dass jede Familie für ihre Kinder erst einmal selbst verantwortlich ist. Die anderen neun Prozentglauben, dass Kinder tatsächlich gar nicht so viel Geld benötigen und die Ansprüche zu hoch seien.
Informationen: Eine kostenlose Budgetanalyse können Familien unter www.geldundhaushalt.de erstellen lassen. Hier gibt es auch Publikationen und Rechenhilfen. In der Rubrik "Tipps" findet sich die Aufstellung über die Kosten für die Erstausstattung.
Quelle: t-online.de , dpa
manu schrieb:
am 12. August 2010 um 18:12:04
(4)
(0)
Kinder kosten
eine " endlose Geschichte"
aber: Stresing und Hardt sind mit ihren Aussagen
schon grenzwertig, fast beleidigend !!!
Für
mich völlig realitätsfremd und in ihren so genannten Vorschlägen
voll daneben!
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zahlender vater schrieb:
am 10. März 2010 um 12:37:09
(7)
(1)
Wahnsinn....
zahle 275 Euro Unterhalt, sie bekommt ca. 180 Euro Kindergeld = ca. 460 Euro für einen sechs Jährigen, sie oben Tabelle, da
bleiben somit 8 Euro - laut Statistik - die sie aufbringen muss. Zusätzlich zahle ich locker alle 8 Wochen 100 Euro für Klamotten, Schuhe die ich mit ihm zusammen kaufe. Plus locker 100-150 Euro für gemeinsame Unternehmungen, wenn ich ihm am WE bekomme. Das liebe Frauen kommt zusammen wenn Papa seinen Zwerg über alles liebt - und absolut Machtlos ist.
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Uli schrieb:
am 8. März 2010 um 21:26:25
(4)
(1)
Kosten für Kinder
Jeder weiß das Kinder ein teueres Vergnügen sind und trotzdem sind die Familien die Melkkühe und die Deppen der
Nation.
Oft arbeiten die Mütter im eigenen Betrieb (Haushalt), managen dabei einen Kleinbetrieb (Haushaltsbudget) und machen nebenher auch noch die Logistik, die Personalplanung, das Gesundheitswesen, das "Sales Department" den Pädagogen und den Psycholgen und was es sonst noch so für Aufgaben gibt. Zum Dank dafür droht in Alter unendlicher Wohlstand mit nur einer vollen Rente.
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