24.04.2009, 14:42 Uhr | das geflügelte wort
Trotz guter Vorbereitung: Prüfungsangst, Schweißausbrüche und ein leerer Kopf, wenn es drauf ankommt. (Bild: Imago)
Der zehnjährige Jonas ist ein aufgeweckter Junge. Er ist beliebt bei anderen Kindern und bisher ging er immer gerne in die Schule. Doch plötzlich plagen ihn ominöse Bauchschmerzen am Morgen, die an den Wochenenden und in den Ferien wie vom Erdboden verschluckt sind. Seine Mutter hat einen Verdacht, der sich nach einem Besuch beim Schulpsychologen schnell bestätigt. Jonas hat Schulangst - ein ernst zu nehmendes Zeichen der Seele, dass etwas nicht stimmt! Schätzungen zufolge leidet jeder fünfte Schüler in Deutschland unter Schulangst - Mädchen öfter als Jungen.
Typische körperliche Anzeichen für Schulangst sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfälle am Morgen, Harndrang, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten und extremes Trödeln. Doch es ist nicht immer einfach, eine Krankheit oder pure Faulheit von Schulangst zu unterscheiden. Ist das Kind allerdings in der Regel fleißig bei der Sache, spielt es lieber zuhause als bei anderen Kindern oder draußen, leidet es sichtbar und bittet immer wieder flehentlich, zuhause bleiben zu dürfen, dann sollte man hellhörig werden.
Jonas war dem Druck des bevorstehenden Schulwechsels nicht mehr gewachsen. Das Gymnasium und die dafür notwendigen Noten waren Dauerthema zuhause und auf dem Schulhof. Plötzlich wurde jeder Test zu einem einschneidenden Erlebnis, die Schüler untereinander hielten bei schlechten Noten nicht mit unfairen Kommentaren hinter dem Berg und auch seine Eltern konnten ihre Sorge um die Zukunft ihres Sohnes nicht vor ihm verbergen. Der Druck, der auf dem sonst so fröhlichen Schüler plötzlich lastete, äußerte sich in Schulangst.
Lisa ist fünf. Im September soll sie eingeschult werden. Doch das macht ihr panische Angst. Sie klammert noch mehr als sonst an ihrer Mutter, will auf keinen Fall auch nur für einen Moment alleine sein und weigert sich, an das Basteln einer Schultüte oder den Kauf eines Ranzens überhaupt nur zu denken. Bereits im Kindergartenalter kann eine bestimmte Form der Schulangst ebenfalls auftreten. Meist dann, wenn der Schulbeginn kurz vor der Tür steht und der Druck von außen sich massiv verschärft. "Jetzt beginnt der Ernst des Lebens" ist ein beliebter Satz unter Erwachsenen, der Kindern schon mal Kopfschmerzen bereiten kann. Wenn die ein oder andere Horrorgeschichte aus dem eigenen Schulleben dazu kommt, wenn Geschwister dauernd auf die "blöde Penne" schimpfen, dann weiß das Kind die Situation nicht einzuschätzen und ein eigentlich erfreuliches Ereignis wird zu einer scheinbar unüberwindlichen Mauer. Diese Angst gibt sich meist nach den ersten Tagen in der Grundschule, wenn sich herausstellt, dass alles doch gar nicht so schlimm, meist sogar sehr abwechslungsreich und schön ist. Doch hinter einer Schulangst im Vorschulalter kann auch eine Trennungsangst stecken, die oft aufgrund von schwierigen familiären Situationen auftritt.
Johanna ist eine gute Schülerin. Eigentlich. Sie fühlt sich auf der Realschule wohl, kommt gut mit. Doch in letzter Zeit hat sie unglaubliche Angst vor den Tests, an das Halten eines Referats vor der ganzen Klasse und an das Abgefragtwerden an der Tafel darf sie gar nicht denken. Bereits in der Nacht davor kann sie nicht schlafen, kann nichts mehr essen und dreht fast durch. In dem Moment, in dem das Prüfungsblatt vor ihr liegt, versteht sie keine einzige Frage und das, obwohl sie sich gut vorbereitet glaubte. Ihr Kopf ist wie leer gefegt, ihre Hände schweißnass und von Misserfolg zu Misserfolg werden die Symptome schlimmer.
An das mulmige Gefühl vor Klassenarbeiten kann sich sicher jeder erinnern. Dieses ungute Bauchgefühl kann sich aber zu einer quälenden Begleiterscheinung entwickeln und dann sogar ein Grund zum Scheitern werden. Bei Prüfungsangst handelt es sich um ein Bündel von Ursachen, die sich oft auch gegenseitig beeinflussen. Meist entsteht Prüfungsangst in einem Fach, wie zum Beispiel bei rechtschreibschwachen Kindern beim Diktat, und breitet sich dann aus. Viele Kinder mit Prüfungsangst haben entweder eine außergewöhnlich hohe Erwartung an sich selbst oder werden durch die Eltern - meist unterschwellig - unter Druck gesetzt. Kleine Sticheleien, enttäuschte Gesichter bei schlechten Noten, endlose Diskussionen über den Wert guter Noten und die Aussichten auf dem Berufsmarkt - das kann auf Dauer einigen Schaden anrichten. Ein sicheres Zeichen dafür ist der Versuch des Kindes oder Jugendlichen, eine schlechte Note zu verschweigen.
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Quelle: dpa
kathrin schrieb:
am 1. März 2010 um 17:07:30
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schulstress
mein sohn ist 13 und leidet unter diesen komischen bauchschmerzen. Es tut mir immer sehr leid ihn trotzdem in die schule schicken
zu müssen. Erst hab ich gedacht er hat nur angst aber mittlerweile weiß ich was los ist. Wir versuchen ihm zu helfen und setzen den druck nicht mer soviel bedeutung bei. Es hilft die schmerzen sind weg und das lernen macht unserem sohn auch wieder spaß. Natürlich muß er auch lernen und seine aufgaben machen aber alles unter weniger stress.
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Egon schrieb:
am 21. Februar 2010 um 20:53:29
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Andere Schule
Man stelle sich nur einmal vor, Schule schafft Rahmenbedingungen unter denen alle was lernen und am Ende was können. Ließe
sich ein Schülervolk nach erfolgreichem Schulabschluss noch in Harz IV und in die unteren Lohnniveaus eintüten?
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Erziehungswissensch. schrieb:
am 21. Februar 2010 um 20:52:39
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Amoklauf
Das durchgedrehte Resultat schulischer Erziehungsprozesse: „Das einzige was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe
war, das ich ein Verlierer bin.“ Aus dem Abschiedbrief von Sebastian B. Amokläufer. An einer anderen des Briefes schrieb er: „Ein Großteil meiner Rache wird sich auf das Lehrerpersonal richten, denn das sind Menschen, die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt steh; Auf dem Schlachtfeld!“
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