Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Eltern > Erziehung >

Wie der Vater so der Sohn? Oder doch ganz die Mutter?

...

Wie der Vater so der Sohn? Oder doch ganz die Mutter?

12.10.2011, 11:32 Uhr | Simone Blaß

Vererben sich auch Eigenschaften? (Quelle: t-online.de)

Vererben sich auch Eigenschaften? (Quelle: t-online.de)

Kommt ein Baby auf die Welt, so sucht man sofort die Ähnlichkeiten mit bestimmten Familienmitgliedern. Gesichter werden verglichen, alte Babyfotos erden herausgekramt und jeder ist glücklich, wenn sich etwas findet. Vor allem die Väter. Gibt es ihnen doch ein wenig Sicherheit, dass sie nicht eines der zahlreichen Kuckuckskinder in ihrem Nest liegen haben. Dass sich bestimmte Körpermerkmale vererben, steht außer Zweifel. Doch wie sieht es mit der Vererbung von Verhalten? Es gibt Hinweise, aber sicher ist man sich in der Wissenschaft noch nicht.

Gene können verräterisch sein

Arnold Schwarzenegger wäre es nach seiner Affäre mit der Haushälterin sicher lieber gewesen, wenn Äußerlichkeiten nicht ganz so deutlich vererbt werden würden. Und auch Boris Becker hat gar nicht erst versucht, Anna den Tochterstatus abzusprechen. Denn nie war es deutlicher, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. Dass Kinder häufig ihren Eltern ähneln, haben schon Philosophen wie Aristoteles zur Sprache gebracht. Ein Mönch namens Gregor Mendel experimentierte mit Erbsen, um die Mechanismen der Vererbung zu verstehen.

Manche angeborene Verhaltensweise sichert das Überleben

Doch nicht nur rote Haare, blaue Augen oder Hammerzehen sind angeboren, es gibt auch Verhaltensweisen bei Mensch und Tier, die eindeutig vererbt werden. Und zwar, weil sie der Spezies höhere Überlebenschancen sichern. Bestimmte Verhaltensweisen wie die Suche nach der Nahrungsquelle sind angeboren und müssen nicht erst mühsam erlernt werden.

Eltern-Newsletter
Rat und Infos für Eltern
Eine glückliche Familie.  (Quelle: imago)

Sie haben Kinder oder sind dabei eine Familie zu gründen? Dann ist der kostenlose Newsletter von eltern.t-online.de der perfekte Ratgeber für Sie! Hier abonnieren

Hat sich aber etwas von dem bewährt, was die vorhergehenden Generationen erlernt haben, dann wird auch das durch das Erbgut weitergegeben. Frei nach dem Motto "Survival of the fittest". In diesem Zusammenhang ist auch eine relativ neue Erkenntnis der Genforschung zu sehen, die besagt, dass zum Beispiel Ernährungsgewohnheiten Veränderungen in den Zellen hervorrufen können und diese dann wiederum vererbt werden. Was bedeuten würde, dass unser Lebensstil durchaus das Leben unserer Kinder und Enkel über das Erbgut beeinflussen könnte.

Manchmal sind die Gene aber auch noch gar nicht im Hier und Jetzt angekommen. Das beste Beispiel ist der Greifreflex des Säuglings, den dieser heutzutage sicher nicht mehr braucht. Denn es wird kaum mehr notwendig sein, sich im mütterlichen Haar festzukrallen - der aufrechten Haltung, Tragetüchern und dem Kinderwagen sei Dank.

Das eigene Wesen im Kind wiedererkennen

Eine Umfrage des Magazins "Focus" hat ergeben, dass 86 Prozent aller Eltern nach dem Ursprung von physischen und psychischen Merkmalen ihrer Kinder suchen. Human- und Verhaltensgenetiker hoffen, das Rätsel der Gene schon bald entwirren zu können und den Eltern damit Antworten zu liefern. Allerdings werden diesen nicht immer eindeutig ausfallen.

46 Chromosomen hat jeder gesunde Mensch, 23 vom Vater, 23 von der Mutter. Auf diesen 23 Chromosomenpaaren liegen rund 25.000 Gene, die Kombinationsmöglichkeiten sind also sehr hoch. Manche Gene sind dominant, andere rezessiv. Und ganz oft werden mal ein oder zwei Generationen übersprungen. Hat also ein Pärchen mit schwarzen Haaren ein hellhäutiges blondes Kind, so muss da keinesfalls der Postbote im Spiel gewesen sein. Hinzu kommt, dass man nur die wenigsten Merkmale auf ein einzelnes Genpaar zurückführen kann. Meist sind mehrere daran beteiligt und die Umwelt hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Zwillinge als Forschungsobjekt

Den Forschern bleiben neben den Fruchtfliegen fast nur die Zwillinge, Adoptivfamilien und die Analyse von Familienstammbäumen, um sich ein Bild zu machen.

Vor allem die Zwillinge sind bei Forschern beliegt, ganz besonders, wenn sie getrennt voneinander aufgewachsen sind. Kann man so doch am besten zeigen, dass sich ähnliche Persönlichkeitsstrukturen, Vorlieben oder Mimik trotz unterschiedlicher Umwelteinflüsse entwickeln - ein Hinweis auf Vererbung. Doch selbst "identische Zwillinge mit identischen Genen haben niemals identische Gehirne", stellte der Neurobiologe Robert Sapolsky bereits 1997 im amerikanischen Wissenschaftsmagazin "Discover" fest. "Ein Gen, ein Stück DNA, produziert kein Verhalten, keine Emotion oder einen schnellen Gedanken. Es produziert ein Eiweiß. Gene regulieren nur, wie jedes Individuum auf die Umwelt reagiert."

Vererbt die Mutter die Intelligenz?

In letzter Zeit konzentriert sich die Wissenschaft mehr und mehr auf Erbanlagen, die Intelligenz und Persönlichkeit bestimmen. Wissenschaftler stöbern in der menschlichen DNA und entdecken dort mögliche Erbanlagen für Geselligkeit, Selbstbewusstsein, Temperament, Neugier und auch Hyperaktivität.

In diesem Zusammenhang haben Forscher immer wieder Entdeckungen gemacht, die schnell als spektakulär hingestellt wurden. Beispielsweise, dass die Intelligenz durch die Mutter vererbt werde, da sie auf einem X-Chromosom sitzte. Allerdings, so warnt der Professor für Mikrobiologie und Molekulare Genetik, Jonathan Beckwith, in einem Interview mit "Spiegel Online": "Vereinzelte Ergebnisse lassen sich nicht replizieren. Die Verhaltensgenetik des Menschen steckt da in einer großen Krise."

Die Umwelt spielt keine unbedeutende Rolle

Heute weiß man auch, dass die Veranlagung für Intelligenz und Kreativität zwar teilweise vererbt wird, hier aber mehrere Dutzend Gene im Spiel sind, beeinflusst durch unser Verhalten und unsere Umwelt.

Jon Beckwith gelang es als erstem Wissenschaftler im Jahr 1969 ein Gen zu isolieren und schon damals hatte er kein gutes Gefühl dabei. Auch heute kritisiert er immer wieder die Idee des "genetischen Determinismus", sozusagen der Vorbestimmtheit durch die Gene. Schließlich geht es nicht um die Frage nach "Vererbung oder Umwelteinfluss", sondern es geht darum, wie diese beiden Faktoren zusammenwirken. Denn das Zusammenspiel zwischen Erbgut und Umwelt ist noch viel komplexer als es selbst Wissenschaftler lange für möglich hielten.

Eltern als Ressourcenmanager

Robert Plomin, Professor am Institut für Psychiatrie am Londoner King’s College, beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Vererbung menschlicher Eigenschaften und er gilt als einer der renommiertesten Verhaltensgenetiker weltweit. Plomin ist sich sicher, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, Charisma und vor allem auch Intelligenz in gewisser Weise erblich sind. Eltern, so rät er, müssten dementsprechend verstehen und manchmal auch einsehen, dass die Stärken und Schwächen ihrer Kinder teilweise an genetischen Unterschieden liegen. Das Beste sei, sich als "Manager der Ressourcen" zu sehen.

Der Charakter eines Menschen ist etwas sehr persönliches

Es gab eine Zeit, da hat man alles den Eltern, dem von ihnen geschaffenen Umfeld und ihrer Erziehung zugeschrieben. Gern vor allem dann, wenn etwas schief lief. Heute tendiert man dazu, die Gene verantwortlich zu machen. Beide Seiten sind zu extrem. "Es gibt kein Ängstlichkeits-Gen, sondern manche Genkonstellationen können Veranlagungen für bestimmte Merkmale wie Ängstlichkeit bilden", erklärt Steven Hyman, Psychiater und Leiter der Elite-Universität Harvard. Auch er warnt davor, den Genen eine zu große Rolle zuzuweisen. Vor allem dann, wenn es um die Vererbung von Charaktereigenschaften geht. Hyman ist sich sicher, dass es nie gelingen wird, die Persönlichkeit eines Menschen genetisch zu erfassen. Plomin hingegen spricht davon, dass "der Effekt der Gene sehr groß ist, größer als wir alle vermuten, und zwar bei der Persönlichkeit und bei kognitiven Fähigkeiten."

Einziger Konsens zwischen allen sich damit beschäftigten Wissenschaftlern: Zu sehen ist derzeit sicher nur die Spitze des Eisbergs.


Quelle: t-online.de

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Wie der Vater so der Sohn? Oder doch ganz die Mutter?" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Wie der Vater so der Sohn? Oder doch ganz die Mutter?" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (4)

zum Forum

Thema: "Wie der Vater so der Sohn? Oder doch ganz die Mutter?"

Joana schrieb: am 27. Februar 2012 um 08:48:44
(0) (0) Wie der Vater oder die Mutter?.
Ich wollte,(wie die meisten Mädchen) nie wie meine Mutter sein. Muss aber feststellen das ich mit zunehmend
Alter (Mutter 85,Tochter 63)immer mehr meiner Mutter gleiche. Ob es die Essgewohnheiten oder das Freizeitverhalten ist. Auch stelle ich fest das wir zunehmend die gleichen Wehwechen haben. Nun ja,inzwischen sage ich mir ,meine Mutter wurde so alt und erfreut sich bester Gesundheit,bis auf einige Altersleiden. Da muss sie ja alles richtig gemacht haben und gucke mir ab wie sie alt(!) wird.
mehr Kommentar melden

Mike Delta schrieb: am 12. Oktober 2011 um 13:36:52
(10) (1) Vererbung
und wie . Ich sehe immer mehr wie ich mit zunehmenden Alter meinem verstorbenen Vater in den Handlungsweisen und Ansichten immer
Ähnlicher werde. Dies stellt auch meine Frau immer wieder fest. und ich sehe es bei meinen Kindern das gewisse Eigenschaften ob nun positiv oder negativ vorhanden sind.
mehr Kommentar melden

Mutter schrieb: am 12. Oktober 2011 um 13:09:04
(1) (4) zu "Vater"
..der Vater hat ja auch Mutter und sie auch eine.. Also der Mann hat XY, die Frau XX, und hier ist eigentlich gemeint,
dass X-Chromosome vom Vater auch im Spiel ist. Primitive gesagt: Y- Triebchromosome, X-Datenbank. Die Frauen haben keine "Y", also die Intelligenz ist bei ihnen passiv, die Männer dagegen können eigene X mit Y "entfalten". Also grob gesagt, Frauen erben weiter, die Männer haben bessere Chansen sich zu entfalten.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Gabor bei Siemes.de
Gabor-Schuhe bei siemes.de

Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Heynckes: "Mit jedem Tag wird's schlimmer"
Jupp Heynckes hat die Niederlage gegen Chelsea noch nicht verarbeitet. (Quelle: imago)

Gerüchte um vorzeitigen Abschied. mehr

"Ich 'alte Ziege' noch einmal schwanger"
Schwanger mit 54: Isabella Baronin von Schorlemer und Ehemann Josef Laggner. (Quelle: WENN)

Dt. Baronin (54) erwar- tet Nachwuchs. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Globetrotter-Ausrüstung
Outdoor-Ausrüstung von Globetrotter

Träume leben: Outdoor- und Reise-
ausstattung von Globetrotter.

Bestellen Sie hier den Eltern-Newsletter!Folgen Sie uns auf Twitter!Werden Sie Fan von t-online.de auf Facebook!Folgen sie hier dem Eltern-RSS-Feed!
Spielen & Freizeit
Rhythmus in der Wiege
Kinder mit Trommeln

Kinder sind von Geburt an musikalisch begabt. Wichtig ist die Förderung in jungen Jahren. Singen

Die kostenlose Eltern-App
Die T-Online Eltern-App Startseite (Foto: t-online) (Quelle: t-online.de)

Hier finden Sie den Link zum Download. App

Bettnässen-Special
Bettnässen überwinden
Bettnässen: Wie nasse Kinderbetten trocken werden. (Quelle: Archiv)

Fakten über Bettnässen, Therapien und Interviews mit Betroffenen. Bettnässen und Schlafprobleme

Eltern
Hilfe, Kopfläuse!

Was tun, wenns auf dem Kopf juckt und krabbelt? Essigwasser und Nissenkamm helfen. zum Video


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige