30.08.2011, 15:31 Uhr | ZDF
Bettina Bernert's Rosenkrieg heißt: tote Ratten im Briefkasten, Särge vor der Haustür, Internetmobbing usw. Die Folge sind massive gesundheitliche Probleme. (Foto: Roland Breitschuh, ZDF)
Sie erinnern sich kaum noch an die große Liebe, die am Anfang ihrer Beziehung stand. Zu sehr sind sie damit beschäftigt, sich für das nächste Gefecht, den nächsten Streit mit dem Ex-Partner zu rüsten. Oft machen die verfeindeten Partner nicht einmal Halt, wenn es um das Wohl der Kinder geht. Der Film "Erst Liebe - dann Hass" aus der ZDF-Reihe "37 Grad" zeigt die schlimmen Auswirkung eines Rosenkriegs auf drei Paare und ihre Kinder.
Bettina B. war 20 Jahre verheiratet, bevor sie 2009 geschieden wurde. Ihre ältere Tochter (20) lebt seit der Trennung bei ihrem Ex-Mann, die jüngere (18) bei ihr. "Seit der Scheidung gehe ich barfuß durch die Hölle", erzählt Bettina über ihren Rosenkrieg. Die Familie wohnt noch immer im selben Haus, wenn auch räumlich voneinander getrennt. Die Schwestern haben seit Jahren keinen Kontakt miteinander, und wenn die Eltern sich im Haus begegnen, gehen sie wortlos aneinander vorüber oder es kommt zu Streitereien.
Die gelernte Zahnarzthelferin weiß, dass ihr die Nähe nicht gut tut. Doch die Angst, auszuziehen und damit die große Tochter endgültig zu verlassen, ist zu groß. "Es ist der blanke Horror, und alles nur, weil ich mich getraut habe, die Scheidung einzureichen", erzählt Bettina.
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An ihrem letzten Geburtstag stand der Bestatter mit einem Sarg vor der Haustür, um einen Leichnam abzuholen. Dann findet sie eine tote Ratte in ihrem Briefkasten, und manchmal klingeln Stripteasetänzer an ihrer Tür, die sie angeblich bestellt hat. Doch am meisten schmerzt sie nicht der Rosenkrieg mit dem Ex-Mann, sondern dass ihre ältere Tochter zur neuen Partnerin des Vaters Mama sagt.
Auch für den 41-jährigen Thomas M. aus Moers entwickelte sich der Rosenkrieg völlig überraschend. Nach der Scheidung zog seine Ex-Frau mit den beiden Töchtern nach Berlin. Für den Immobilienmakler brach eine Welt zusammen. Burnout, psychische Probleme, arbeitsunfähig. Irgendwann trifft er den Entschluss, sich zum Wohle seiner Töchter aus dem Rosenkrieg zu verabschieden. Als er sieht, wie die Mädchen darunter leiden, verlässt er die Kampfarena. Über acht Jahre hat er keinerlei Kontakt mehr zu seinen Kindern.
Thomas ist trotzdem überzeugt von seinem Schritt und gibt seine Erfahrungen als Vorsitzender des Vereins Väter helfen Vätern an andere Betroffene weiter. Heute ist er froh über seine Entscheidung, denn seit wenigen Monaten hat er wieder erste Kontakte zu seiner älteren Tochter, die sich via Skype bei ihm gemeldet hat.
In einem Heißluftballon wollte der 48-jährige Magdeburger Wolfgang S. seiner Ex-Freundin einen Heiratsantrag machen. Doch zu dem romantischen Antrag ist es nie gekommen. Fehlende Gemeinsamkeiten, unterschiedliche Wertvorstellungen und aufkommende Streitereien fügten dem Beziehungsglück immer neue Risse zu, bis es 2008 abrupt zerbrach. "Sie war einfach ausgezogen, ohne ein Wort und ohne unsere Tochter." Für Wolfgang ist der Verlust seiner großen Liebe nur deshalb erträglich, weil er noch für seine Tochter da sein kann - ein echtes "Papakind".
Aber schon bald entbrennt ein Sorgerechtsstreit, der den selbstständigen Baugutachter und Verlagsleiter an seine emotionalen und finanziellen Grenzen führt. "Worum es meiner Ex-Partnerin dabei geht, weiß ich nicht. Aber sie kann nicht darüber reden, weder mit mir noch mit neutralen Menschen, die es ihr schon angeboten haben", erzählt Wolfgang. Seit September 2009 kämpft er um das gemeinsame Sorgerecht und verliert einen Prozess nach dem anderen.
Die Gesetzeslage bietet noch keine faire Lösung für unverheiratete Väter. Nur alle 14 Tage kann er seine mittlerweile sechsjährige Tochter sehen. Dabei wohnt sie in unmittelbarer Nachbarschaft und leidet unter der erzwungenen Distanz. Elterngespräche in der Kita, Hobbys der Tochter, Arztbesuche, schulische Pläne - aus all den täglichen Belangen seines Kindes muss sich Wolfgang heraushalten. Die Angst, seine Tochter eines Tages ganz zu verlieren, nimmt ihm viel von seiner einstigen Lebensfreude. Doch aufgeben kommt nicht in Frage. "Ich werde um mein Kind kämpfen und nicht eher ruhen, bis dieser Rosenkrieg beendet ist!"
Die Autorin Tina Radke-Gerlach äußert sich zu den Drehabreiten: "Erschreckend auch zu sehen, welche gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen die Trennungssituationen haben - Schuldgefühle den Kindern gegenüber, Selbstzweifel, Selbstwertprobleme, Burnout. Fast alle, mit denen wir Kontakt hatten, waren über mehrere Jahre nicht mehr arbeitsfähig. Die Paarebene auf die Elternebene zu reduzieren bleibt meist ein frommer Wunsch. Und so mancher Leitsatz wie 'Als Eltern sind wir ein Team' zerbröckelt schnell, wenn sich die Partner wieder in Rachegelüste verrennen. Zu tief sitzen Zerwürfnisse und ungelöste Konflikte."
ZDF
Sklave schrieb:
am 14. September 2011 um 14:34:36
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(0)
Rosenkrieg
Familienrecht an letzter Stelle. Zum Wohl des Kindes. Kinder werden deshalb als Gummi dazwischen benutzt um diesen gemeinen,
hinterhältigen Rosenkrieg zu führen.
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Sklave schrieb:
am 14. September 2011 um 14:32:40
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(1)
Rosenkrieg
Ja es ist an erster Stelle der Staat/Regierung schuld, dass es so schlimm ist in Deutschland, betr. Rosenkrieg, Trennung,
Scheidung. Die Männer wo
keinen Job haben brauchen keinen Unterhalt zahlen, die Einkommensmillionäre können sich gute Rechtsanwälte leisten, die Männer dazwischen sind Sklaven der heutigen Zeit. Werden vom Staat (Gericht), Jugendamt und Geldgeile Frauen bis auf Blut ausgesaugt, haben auch keine Rechte wenn es um den Umgang Kind geht. Deshalb steht Deutschland im Familienrecht
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Ich_bins_bloß schrieb:
am 31. August 2011 um 15:26:29
(1)
(0)
…
Ich frage mich, wann unsere 'liebe' Regierung nicht zahlen wollenden Vätern mal gründlich in den Hintern tritt wenn sie nicht
zahlen/arbeiten wollen, und ein Gesetz auf den Weg bringt, dass sie auch nichts von ihren Kindern zu erwarten haben, wenn sie nicht zahlen. Mein Ex hat übrigens die nächste (tschuldigung) 'Doofe' gefunden, die für ihn arbeiten geht, während er jammert, er müsste jetzt einen 1-Euro-Job machen und hätte ja kein Geld. Soll er doch arbeiten gehen, für
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